Wahmbeckerheide



Der Ortseingang von Wahmbeckerheide, 2003

Wahmbeckerheide gehört zu den jungen Siedlungen des Landes Lippe. Im Gegensatz zu den umliegenden Orten wie Wahmbeck, Hummerntrup, Wiembeck oder auch der Hof Röhrentrup begannen hier erst vor ca. 350 Jahren erstmalig Menschen damit, die Flächen landwirtschaftlich zu bebauen und ihre kleinen Häuser zu errichten. Erst in der Zeit nach dem 30-jährigen Krieg (1618-1648) treffen wir hier einige kleine Hofstätten an, die anfingen, das Gebiet zu kultivieren.

Das Land war nicht das fruchtbarste, diente es doch vor allem als Weidefläche für das Vieh der nahen Ortschaft Wahmbeck. Für den Ackerbau war das Gelände auch schon deshalb schlecht geeignet, da es sehr flach war und es daher kaum Gefälle zum Ableiten des Regenwassers gab. Die dadurch auftretende Staunässe bekam man erst in späteren Jahrhunderten in den Griff.

In einem Verzeichnis von 1665 werden in Wahmbeckerheide acht Siedler genannt. Aufgrund ihrer äußerst geringen Abgaben kann man schließen, daß es sich nur um kleine Wohnstätten handelte. Im einzelnen werden folgende Namen aufgeführt:

Die in dem Register genannten Einwohner wurden zur Kirchengemeinde Brake gezählt und auch wenn später einige Neuwohner zur Gemeinde St.Johann in Lemgo gerechnet wurden, so zeigt dies doch, daß Wahmbeckerheide schon von seinen Anfängen an nach Brake eingepfarrt wurde.

Im Jahre 1711 erteilte der Lehrer Stork in seinem Hause erstmalig Schulunterricht. Zum Schulbezirk gehörten, das geht aus späteren Berichten hervor, neben Wahmbeckerheide Teile von Loßbruch, Brokhausen, Röhrentrup sowie die Manhenkerhöfe. Ein eigenes Schulgebäude erhielt Wahmbeckerheide erst im Jahre 1785. Sie hat bis 1910 als Nebenschule existiert und wurde im selben Jahr durch ein neues Schulhaus abgelöst. Bis 1968 hat die Wahmbeckerheider Schule bestanden und wurde dann zugunsten der Brake Schule aufgelöst.

Der am Ortseingang befindliche Friedhof wurde 1898 angelegt, da der Weg nach Brake zu lang und zu beschwerlich war. Die Stätten Meyercordt und Klußmann verkauften damals Teile ihrer Ländereien, um die Anlage des Friedhofs zu ermöglichen. Die Kapelle, in der regelmäßig Gottesdienste abgehalten werden, wurde erst 1957 von der politischen Gemeinde Wahmbeckerheide errichtet und 1966 um einen Aufbahrungsraum für die Toten erweitert. 1975 übernahm die Kirchengemeinde Brake die Trägerschaft der Kapelle, während sie den Friedhof bereits 1966 von der Totenhofsgenossenschaft übernommen hatte. Im 17.Jahrhundert fing es mit 8 Häusern an, nach dem Adressbuch von 1926 gab es 35 Wohnplätze, heute hat Wahmbeckerheide, einschließlich Hummerntrup, über 900 Einwohner.